Pressetext FIDENA 2009

FIDENA – Figurentheater der Nationen
»KASPER RELOADED«
Bochum, 29. August bis 4. September 2009

In Kooperation mit der aktuellen Kulturhauptstadt Linz09 erkundet die FIDENA in diesem Jahr die Wurzeln einer speziellen Theaterkunst und präsentiert einen wahrhaften Europäer. Nur selten war sich Europa so einig wie in der Freude im Umgang mit dieser Figur – der Kasperl bei uns, Pulcinella in Italien, Mr. Punch in England, Vitéz Lázló in Ungarn, Don Cristobal in Spanien, Petrushka in Russland. Die Veranstalter hauen richtig zu und widmen diesem streitsüchtigen, anarchistischen, lustvollen, frechen Theaterberserker ein Festival. Aber einmal ganz anders als erwartet: das Programm setzt sich aus vier Auftragsarbeiten ganz besonderer Künstler zusammen, die dieser uralten Spielform des Theaters neue Impulse geben.



Die Zusage des AKHE Engineering Theatre aus St. Petersburg, einen „Petruschka“ exklusiv für die FIDENA in Bochum zu inszenieren ist ein echter Coup. AKHE zählt zu den aufregendsten Theaterkünstlern Europas gehört und ist die Verkörperung des absurden Wahnsinns auf der Bühne. Immer etwas gefährlich und unberechenbar, wild und ungezähmt. So wie die langbärtigen Hauptdarsteller Isaev und Semchenko, ein staubtrockenes, exzentrisches Paar – ironisch und unmissverständlich russisch. Und aus all diesen Gründen dazu prädestiniert, sich den anarchischen Petruschka einmal gründlich vorzuknöpfen.

Der Materialpoet Gyula Molnàr ist einer der Wegbereiter des Objekttheaters. Seine Aufführungen gehören regelmäßig zu den Sternstunden der FIDENA. Der gebürtige Ungar und Wahlitaliener vermag die Dinge des alltäglichen Lebens mit den Augen eines verspielten aber weisen Kindes zu sehen. Sein Konzept verspricht eine außergewöhnliche und zärtliche Annäherung an das Thema.

Als Australier ist Neville Tranter, einer der Großmeister des Figurentheaters, natürlich prädestiniert dafür, die „Punch and Judy-Show“ zu diesem speziellen Festival beizusteuern. Noch nie zuvor hat Tranter sich an Punch versucht. Umso spannender, dass er diese Herausforderung angenommen hat, und wer Tranters Spaß an schwarzem Humor kennt, der darf sich schon einmal die Hände reiben.

Hans Jochen Menzel, Leiter der Abteilung Puppenspielkunst an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und renommierter Puppenspieler, beschäftigt sich damit, wie es sein kann, wenn es nicht nur einen Kasper gibt, sondern gleich eine ganze Menge.

Es gibt international ein echtes Revival der Handpuppe durch junge, gut ausgebildete Puppenspieler. Das vielleicht beste Beispiel für die Figur des Polichinelle zeigt das Gastspiel der französischen Cie. La Pendue. Sie kümmert weder Tod noch Teufel, sie klauen bei der Konzeptkunst, dem Tanz und den neuen Medien. Nicht fehlen in der Runder diese Europäer darf der liebenswerte Rüpel Karagöz. Präsentiert wird einer der besten Spieler der Türkei, Cengiz Özek aus Istanbul. Und es gibt ein Wiedersehen mit der Truppe Klaus, Knecht & Großmann, deren Uraufführung auf der letzten FIDENA gefeiert wurde. So frech und virtuos, so künstlerisch ernst zu nehmen waren Kasper und Freunde nie zuvor.  

Gespielt wird an mehreren Spielorten Bochums sowie erstmals auch in den Flottmann-Hallen Herne.

Kartenreservierung unter Tel.: 0234 – 4 77 20, per Email unter karten@fidena.de oder online unter www.fidena.de



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