Programmübersicht Fidena 2010

 
 
»unbezahlbar«
 
»Reprendre son souffle«
 
»Zirkus Muks«
   
»Feuer & Flamme«
 
»10 Millionen km²«
 
»Cupidon«
   
»King Kongo«
 
»Die drei Musketiere«
 
»Mondflucht«
   
»Bramborry«
 
»Hand Shadows – ANIMARE«
 
»Rotkäppchen«
   
»Troubles«
 
»Tussen« (Zwischen)
 
»Das Rotkäppchen«
   
»Frankensteins Rotkäppchen«
 
»Helden der Oper. Die kleinste Gala der Welt«
 
»Der Tod und das Mädchen«
 

Das FIDENA-Programm im Detail

FIDENA goes Downtown!
Donnerstag, 9. September
11:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Dr. Ruer Platz

Das Papiertheater, Nürnberg (D)
»unbezahlbar«

Inspiration: Titus Grab
Idee, künstlerische Leitung: Johannes Volkmann
Technische Leitung: Reiner Hofmann

»Unbezahlbar« ist unser Kommentar zur Wirtschaftskrise! Abseits von
Fondspapieren, Aktien-Indexen, Hedge-Fonds und Quartalsabschlüssen
suchen wir nach den wahrhaft kostbaren Werten im Leben.
Eine 50 m lange Tafel mitten auf dem Dr. Ruer Platz steht für Sie bereit:
schreiben Sie in die verpackten Teller einen für Ihr Leben unbezahlbaren
Wert. Einen Moment, der für Sie mit Geld nicht aufzuwiegen ist.
Der Tisch mit den persönlichen Anmerkungen, Gedanken und Träumen
wächst zu einer lebendigen Installation. Ein Sammelsurium, das viel
Unmittelbares und Beglückendes bereithalten wird, jenseits von
Wirtschaftlichkeit und Effizienz.

Donnerstag, 9. September
Ab 12:00 Uhr und ab 15:00 Uhr
Bongard-Boulevard

Là Où – marionnette contemporaine (F)
»Reprendre son souffle«
(Man muss den Atem anhalten)

Inspiriert durch »Ziehende Landschaft« von Hilde Domin
Konzept: Julika Mayer
Spiel: Julika Mayer, Renaud Herbin und Paulo Duarte
Puppen: Paulo Duarte, mit Hilfe von Faustine Beuve
Toncollage: Morgan Daguenet
Bilder: Faustine Beuve

Straßenperformance

Eine zarte, alte Frau – zu klein um wirklich zu sein und doch täuschend
echt – hält inmitten des Alltags einen Moment lang inne und lässt zugleich
den überraschten Betrachter verweilen. Sie bringt das geschäftige Treiben
in den Straßen für einen Moment ins Stocken. Irritierende, befremdliche,
aber auch anmutige und berührende Begegnungen mit den Passanten
finden statt. Sie regen an nachzudenken und Atem zu schöpfen.
Die performativen Stillleben sind eine zärtliche Annäherung an eine
andere Generation, an den nahenden Tod, an ein anderes Dasein und
ein Ausdruck des stillen Wunsches, den Fluss des Lebens für einen
Moment aufhalten zu können.

Donnerstag, 9. September
15:00 Uhr bis 18:00 Uhr
alle 20 Minuten
Husemannplatz

Radieschenfieber (D)
»Zirkus Muks«

Zirkusdirektor: Matthias Jungermann



Hereinspaziert in den größten kleinen Zirkus der Welt! Was hier im
Miniaturformat geboten wird, das geht auf keine Kuhhaut, nein!, da wird doch
glatt der Hund in der Pfanne verrückt, das ist einfach unübertrefflich, jawohl!
Wo sonst kann man solch atemberaubende Nummern, solch unglaubliche
Tierdressuren und solch waghalsige Darbietungen bestaunen? Genau,
nirgendwo sonst! In bezaubernder Menagerie werden Puppen und Fantasie
zum Leben erweckt. Und wie sie leben! Es treten auf: die schlaue
Elefantendame Esmeralda, das wohl gefährlichste Tier in der Manege
(Trommelwirbel): die Tigerpython, außerdem Kater Carlos, die hohe Schule
der Reitkunst wird geboten, und und und. Nichts ist unmöglich und alles
ist Dada.

Dauer: jeweils 20 Minuten
Eintritt frei

Donnerstag, 9. September
20:30 Uhr
Rathausplatz

Die Pyromantiker Berlin (D)
»Feuer & Flamme«
Eine clowneske Liebesgeschichte

Idee und Spiel: Marlis Hirche, Oliver Dassing
Regie und Bühne: Kraut Hills
Text und Musik: Gabriele Hänel
Kostüme: Kattrin Michel, Adelheid Wieser
Technik: Thomas Schmidt, Marcus Dassing
Choreografie: Christine Marneffe
Bühnenbau: Fa. Lichtblick Berlin
Konzept Pyrotechnik: Oliver Dassing



Auf einem Übungsgelände treffen diese beiden aufeinander: Eine pummelige
Romantikerin und ein pflichtbewusster Feuerwehrmann. Sie ist wild
entschlossen, den Seiltanz zu üben, denn ohne Üben wird das nichts,
chinesisch sollte er anmuten, denn China ist ihr Steckenpferd, und ein Seil
muss auch erst noch gefunden werden. Er hingegen probt akribisch und
leidenschaftlich mit Schläuchen, Löschgerät und Leiter den nächsten Einsatz,
denn »Explosionsherde« lauern schließlich überall. Anarchie und
Ordnungssinn an einem Ort, da ist der Konflikt vorprogrammiert und es
knallt gewaltig. Gegensätze ziehen sich an, und auf der schwankenden
Bühne entspinnt sich eine komische und ergreifende Liebesgeschichte
voller Lebensfreude und Funkenflug.
Mit Mitteln der Pyrotechnik zaubern die Pyromantiker aus Berlin so manchen
überraschenden Effekt hervor und sorgen zum Festival-Auftakt für ein
Feuerwerk jenseits aller Normen.

Dauer: 60 Minuten
3,- Euro

Freitag, 10. September
10:00 Uhr und 17:00 Uhr
prinz regent theater

Skappa! Marseille & Ensemble Materialtheater, Stuttgart (D/F)
»10 Millionen km²«

Spiel: Annette Scheibler, Paolo Cardona, Fabrizio Cenci
Bühne: Paolo Cardona
Live-Musik, Licht: Fabrizio Cenci
Lichtdesign und Bildhauer: Nicolas de Boudic
Zuschauertribüne: Patrick Vindimian
Produktionsleitung: Anne Maguet
Regie: Isabelle Hervouet



Europa-Casting in der Disco. Auf der Tanzfläche begegnen sich ein
Italiener, eine Deutsche und ein Franzose. Oder eine Französin,
ein Deutscher und ein Italiener? Die Verwirrung ist perfekt. Zusammen
mit dem DJ proben sie das multinationale Zusammenleben, denn
sie sind schließlich echte Europäer. Sie tanzen, erzählen sich
Geschichten, suchen ihr Zuhause und ihre Wurzeln. Im babylonischen
Sprachgewirr mit Barrieren und Missverständnissen geht es aber
noch um mehr: Wer von ihnen darf bleiben, überwindet den Türsteher
und bekommt den Job als Animateur? Findet jeder seinen Platz in
diesem Europa, das nicht nur Gemeinsamkeiten bereithält?

Sprache: Deutsch, Italienisch, Französisch
Für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene
Dauer: 50 Minuten
Erwachsene: 10,- Euro, Jugendliche 5,- Euro
Gruppenermäßigung

Freitag, 10. September, 18:30 Uhr
Samstag, 11. September, 21:00 Uhr
Zeche 1

Deutsche Erstaufführung

Cie P.P.Dream, Gilbert Peyre (F)
»Cupidon, Propriétaire de l’Immeuble situé
sur l’Enfer et le Paradis«
(Cupido, Herr über Hölle und Paradies)
Comédie tragique der elektromechanischen Skulpturen

Konzept, Figuren/Automaten, Regie, Ausstattung: Gilbert Peyre
Text: Yves Garnier und Auszüge aus »Cantique des cantiques«
Musik: Auszüge aus »Mes béatitudes« von Gérard Pesson,
»Mi par d‘udir ancora« von Enrico Caruso, »Temps arrête« von
Raphael Beau sowie aus religiösen Liedern
Technik, Ausstattungsassistenz: Vikonte de Bartholin
Schauspieler: Jean-Yves Tual (Cupidon), Corinne Martin (Braut),
Morgane Olivier (Haushälterin)
Sopran: Lydie Morales
Stimmen: Achille Orsoni, Corinne Martin, Gwénola de Luze
Licht: Flore Marvaud
Elektroniker: Robert Breton
Bedienung Steuerpult: Marc Gaide, Juliette Zanon
Ton: Fabien Caron
Kostüme: Morgane Olivier
Fotos: Suzane Brun

Ein Schrank mit heftig klappernden Türen, Messer, die blitzschnell herabfallen,
Heerscharen von klirrenden Tellern, entfesselte Puppenköpfe mit
wasserstoffblonden Haaren – wie eine wild gewordene Klang- und Bild-Installation
gebärdet sich die surreale Automaten-Oper »Cupidon«. Elektromechanisch
animierte Figuren und singende Objekte, leibhaftige Darsteller und opernhafte
Sound-Collagen erschaffen ein schräges und magisches Universum.
Mittendrin ein exzentrischer Cupido und seine beängstigend komische Braut
im Prinzessinnen-Kleid. Sie fechten einen absurden Geschlechterkampf aus,
verlieren und finden sich in diesem apokalyptischen Bilder-Reich.

Wenig französische Sprache
Dauer: 60 Minuten
15 Euro, ermäßigt 10 Euro

Freitag, 10. September
Samstag, 11. September
Sonntag, 12. September
jeweils 20:30 Uhr
Kunstkirche Christ König

Uraufführung

Oberhoff/Mousseka, GÜTESIEGEL KULTUR* (D)
& Fanfare Confience, Kinshasa (DR Kongo)
»King Kongo«
Eine skandalöse postkoloniale Revue

Mit: Nathalie Mbiya Kadima, Cecile Mboma, Stefanie Oberhoff,
Claude Bwendua, Dieu Merci Mbiyavanga Lutuba, Gloire Mbwayama,
Hubert Mahela, Lambert Mousseka, Wolfgang Suchner
Regie: Nzey Van Musala, Stefanie Oberhoff
Text und Dramaturgie: Alberto Garcia Sanchez, Hubert Mahela
Musikalische Leitung: Nious Lulemba, Winfried Walgenbach
Ausstattung, Figuren: Lambert Mousseka, Stefanie Oberhoff
Regieassistenz: Sabine Effmert
Produktionsleitung im Kongo: Cathy Ekemine Mondende
Produktionsleitung in Deutschland: Katja Kettner

Bereits 2005 kamen kongolesische und europäische Künstler zur
FIDENA zusammen und entwickelten die Inszenierung »Le Cadeau –
Das Geschenk«, die im Rahmen der Ruhrtriennale gefeiert wurde.
Nun ist das Team zurück, erweitert um ehemalige Straßenkinder, die
in ihrer Heimat seit zwei Jahren mit dem Temperament ihrer Blaskapelle
Furore machen. Diese wildgewordene Brassband bespielt die
gesamte Kunstkirche. Man bittet zum Bankett, das bissiger, dekadenter
und verlogener nicht sein könnte.

Sprachen: Deutsch, Französisch, Lingala
Dauer: ca. 90 Minuten
15,- Euro, ermäßigt 10,- Euro

Samstag, 11. September
18:00 Uhr
Flottmann-Hallen, Herne

Alfa Theatre (CZ)
»Die drei Musketiere«

Puppenspieler: Martin Bartåšek, Petr Borovský, Martina J.Hartmanová,
Bohuslav Holý, Blanka Josephová-Luňáková, Robert Kroupar, Matěj Siegl,
Vladimír Sosna
Regie: Tomáš Dvořák
Szenario: Tomáš Dvořák, Ivan Nesveda, Pavel Vašíček
Text: Blanka Josephová-Luňáková
Bühnenbild: Ivan Nesveda
Musik: Michael Vaniš



Mit dem Schlachtruf »Einer für alle, alle für einen!« stürzt sich das berühmte
Kleeblatt in ein tolldreistes (Bühnen)Abenteuer. Alexandre Dumas Geschichte
der Musketiere rund um Verrat, Intrige, Tapferkeit, Treue und Freundschaft
wird präsentiert in einem so virtuosen wie zwerchfellerschütternden
Handpuppenversion des Divadlo Alfa. Hier erobern die drei Unbesiegbaren
mit Witz, Charme und rasantem Zusammenspiel nicht nur die Herzen diverser
Puppendamen, sondern auch die der Zuschauer im Sturm.

Für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren
Dauer: 60 Minuten
12,- Euro, ermäßigt 8,- Euro, Kinder 5,- Euro

Karten nur über die Flottmann-Hallen

Samstag, 11. September
19:30 Uhr
prinz regent theater

schindelkilliusdutschke (D)
»Mondflucht«
Ein musikalischer Theaterabend

Stimme, Instrumente, Aktion: Volker Schindel, Rainer Killius,
Tobias Dutschke
Regie: Matthias Rebstock
Ausstattung: Sabine Hilscher
Dramaturgie: Jens Schubbe

Schindel: (vor sich hin redend) »Dunkel war’s, der Mond schien helle….«
(begeistert) »Liebe Kollegen, wie wär’s, wenn wir mal ein Stück über den
Mond machen würden?« Killius: (den Kopf hin und her wiegend)
»Naja, ich weiß nicht, das Thema ist mir fast zu nah.« Dutschke:
(Blick zum Himmel) »Also, diese ganze Esoterik-Schiene geht mir ja
gewaltig auf den Wecker. Aber die Sache mit der Schwerkraft find ich
schon faszinierend.«

So oder so ähnlich könnten die drei Darsteller von schindelkilliusdutschke
über ihr Projekt philosophiert haben. Herausgekommen ist dabei ein
musikalischer Abend aus Gesang, Stimmen, Textfragmenten,
Bewegungstheater und Klavierspiel, der einer sehr eigenen Umlaufbahn folgt.
Ein absurd tiefgründiges Vergnügen voller Ironie, Humor und Spielfreude,
genau der richtige Einstieg für eine chillige Festivalnacht.

Dauer: 60 Minuten
15,- Euro, ermäßigt 10,- Euro

Sonntag, 12. September
11:00 Uhr und 15:00 Uhr
Junges Schauspielhaus

Theater De Spiegel und Théâtre de la Guimbarde (B)
»Bramborry«

Konzept: Karel Van Ransbeeck
Regie: Martin Staes-Polet
Komposition: Adrian Lenski
Musiker: Nicolas Ankoudinoff, Christian Gmünder und Sara Meyer
Bühnendesign: Elisabeth Schnell inspiriert von Květa Pacovská Werk
Bühne: Raf Cammaer
Kostüme: François Van Thienen



Komm mit, kleiner Mensch, auf eine aufregende Expedition, geleitet von drei
verspielten und musikverliebten Saxophonisten! Was du entdecken kannst?
Farben-Meere, Klang-Landschaften und Melodie-Skulpturen! Wie das
gehen soll? Auf dem Planeten Bramborry wird Musik im wahrsten Sinne
des Wortes »gespielt« - leise, laute, schrille und dumpfe Töne werden
erforscht, der Klang des blechernen Saxophons erklopft, die Farbe Rot
ertanzt und ein Quadrat melodiös beschrieben.
Das grafische Universum in Anlehnung an die tschechische Künstlerin
Květa Pacovská, umgesetzt in weiße und farbige Bühnenelemente aus
Pappe, lädt zu weiteren Erkundungen ein. Dabei kann es schon mal sein,
dass der eine oder andere Musiker sich in eine Katze verwandelt oder
hinter einem Kubus verschwindet. Aber keine Sorge, sie tauchen wieder
auf, gestalten fantasievolle Bilder zur Musik und zeigen dir eine magische
Welt, die ganz ohne Worte auskommt.

Seit seiner Premiere 2008 begeistert »Bramborry« sein junges Publikum
und hat schon einige Auszeichnungen und Preise gewonnen.

Ohne Worte
Für Kinder von 1 bis 3 Jahren
Dauer: 30 Minuten.
Erwachsene 6,- Euro, Kinder 3,- Euro

Sonntag, 12. September
16:00 Uhr
Flottmann-Hallen, Herne

Theater Kakashi-Za (JP)
»Hand Shadows – ANIMARE«



Fliegende Eule oder hoppelnder Hase, brüllender Löwe oder graziöse Giraffe,
du wundersame, magische Hand! Nimm Licht und Leinwand und erzähl mir
eine aufregende Geschichte! Nichts leichter als das, antworten die vier
japanischen Hand-Akrobaten und Schattentheaterspieler und beginnen ihr
mitreißendes, fantastisches Spiel. Unterstützt von wenigen Scherenschnitten,
kreieren sie eine poetische Reise um die Weltkugel. Immer voran schreitet
Pen-Ta, der putzige Pinguin: In der Arktis bricht er auf, in Afrika durchstreift
er die Savanne, in der Großstadt gerät er in eine rasante Tanznummer.
Doch nun hat Pent-Ta genug der Eskapaden und will zurück zu seiner
Pinguinfrau Pen-Ko. Halt, stopp, die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende.
Pent-Ta und Pen-Ko ziehen erneut los, diesmal gemeinsam. Sie haben
sogar noch Verstärkung mitgebracht, und was für eine! Macht euch auf
einen wahren Wirbelsturm gefasst.

Ohne Worte
Dauer: 60 Minuten, für die ganze Familie (ab 8 Jahren)
12,- Euro, ermäßigt 8,- Euro, Kinder 5,- Euro
Karten nur über die Flottmann-Hallen

Montag, 13. September
10:30 Uhr
Junges Schauspielhaus

Die erste Rotkäppchen-Variante
im FIDENA-Programm!

E 411VZW & Traffik Theatre (L/B):
»Rotkäppchen«
Erzähltheater mit Objekten und Live-Musik

Spiel: Michel Boulanger, Daniel Tanson
Regie: Astrid Howard
Dramaturgie und Objekte: Daniel Tanson
Musik (Komposition und Spiel): Michel Boulanger
Licht: Astrid Howard/Josette Feinen
Bühnenbild: Daniel Tanson, Michel Boulanger



Das bekannte Märchen der Brüder Grimm entwickelt sich in der Version des
Traffik Theatres aus einer Matroschka, der zerlegbaren russischen
Holzpuppe. Immer noch weitere Püppchen kommen zum Vorschein.
Daniel Tanson erzählt spannend, süffisant und mit unerhörtem Charme.
Den Rang um die Gunst des Publikums streitig macht ihm allerdings sein
Kollege, der Cellist. Nach und nach entlockt dieser göttliche Musiker seinem
Instrument unter Einsatz des ganzen Körpers alle aufregenden Facetten
zeitgenössischer Techniken – Schnarchlaute inklusive. So gestaltet das Duo
ein visuelles Musikspiel, das sich ganz der Emotionalität der Geschichte hingibt.

Für Kinder von 4 bis 9 Jahren und Erwachsene
Dauer: 35 Minuten
Erwachsene 6,- Euro, Kinder 3,- Euro

Montag, 13. September
19:00 Uhr
prinz regent theater

Compagnie Gare Centrale (B)
»Troubles« (Verwirrungen)

Spiel: Agnès Limbos und Gregory Houben
Live-Musik: Gregory Houben
Pyrotechnik und Lichtobjekte: Maria Brouillard
Fotos: Mélanie Rutten
Licht: Marc Lhommel
Technik: Karl Descarreaux
Regie: Sabine Durand

Hollywood-Atmosphäre liegt in der Luft: In New York bereitet sich ein frisch
verheiratetes Ehepaar auf seine Hochzeitsnacht vor. Es ist Mitternacht,
nächtliche Nebelschwaden ziehen vorbei und das pittoreske 5-Sterne-
Hotelzimmer ist einfach perfekt. Das Leben könnte so romantisch sein,
wären da nicht die rot glühenden Augen eines Wolfs, die urplötzlich
auftauchen. Diese Störung ist aber erst der Anfang einer Reihe von
skurrilen Verwirrungen, die das Paar aus dem Gleichgewicht bringen.

Agnès Limbos ist die »grande dame« der belgischen Objekttheaterszene.
Zusammen mit dem kongenialen Trompeter Gregory Houben entwickelt
sie ein intimes und süffisantes Stück über die Routine und den Wahnsinn
des Lebens zu zweit.

Fast ohne Sprache
Dauer: 75 Minuten
15,- Euro, ermäßigt 10,- Euro

Montag, 13. September
20:30 Uhr
Zeche 1

Deutsche Erstaufführung

Boukje Schweigman (NL)
»Tussen« (Zwischen)

Konzept: Boukje Schweigman
Mit: Schweigman&, Kenzo Kusuda, Anne van Balen,
Anna van Diepen, Xavier Fontaine, Cornelia Hanselmann, Menno Vroon
Komposition: Oene van Geel
Bühnen- und Lichtkonzept: Theun Mosk
Endregie: Irene Schaltegger
Kostüme und Puppen: Aukje Koelstra

Die junge holländische Choreografin Boukje Schweigman vertritt in ihren
aufregenden Theaterarbeiten konsequente bis radikale Konzepte.
Die Rolle des Zuschauers wird neu definiert und die Wahrnehmung aufs
äußerste gefordert. In »Tussen« arbeitet Schweigman mit fünf Tänzern,
einem Violinisten, mit Licht und Finsternis. Sequenzen des Sehens
wechseln sich langsam, manchmal minutenlang, mit Sequenzen totaler
Dunkelheit ab, ähnlich einer Abfolge filmischer Einzelbilder. Es entstehen
Lücken, Zeiten des »Dazwischen« und Diskontinuitäten. Der Zuschauer
durchläuft Ebenen der Distanz, des Voyeurismus, des völligen
Absorbiert-Seins bis hin zur aktiven Teilnahme am Geschehen.
Das alles hat eine hypnotische, kontemplative Wirkung und öffnet jede
einzelne Pore der Haut, um Theater wahrhaftig zu »fühlen«!

Ohne Worte
Dauer: 50 Minuten
15,- Euro, ermäßigt 10,- Euro

Dienstag, 14. September
10:00 Uhr
Junges Schauspielhaus

Die zweite Rotkäppchen-Variante
im FIDENA-Programm!

Theater auf der Zitadelle, Theater Dawa (D)
»Das Rotkäppchen«

Regie: Pierre Schäfer
Ausstattung: Ralf Wagner, Daniel Wagner,
Mechthild Nienhaber
Spiel: Daniel Wagner



Was so ein Jäger ist, der kennt sich aus. Besonders, wenn er im Wirtshaus
sitzt. Da erzählt er die unfassbare Geschichte vom Rotkäppchen.
Frage 1: handelt es sich tatsächlich um reines Jägerlatein? 
Frage 2: wenn das Mädchen mit der roten Kappe vom Weg abkommt und
schwupp-di-wupp einem hungrigen, aber auch musikversessenen Wolf
gegenübersteht, was dann?
Frage 3: was sucht der naseweise Wurzelzwerg eigentlich in diesem
Märchen? Vielleicht kann der Hund im Rucksack des Jägers da noch
etwas richten. Wenn er denn nicht immer sein Stichwort verschlafen würde…

Puppenspieler Daniel Wagner, der in Bochum seit seinem Auftritt als
tapferes Schneiderlein samt eigener Band einen Fanclub hat, spielt den
kundigen Jäger mit jeder Menge Witz und Ideen im Gepäck.

Ab 5 Jahren
Dauer: 45 Minuten
Erwachsene 6,- Euro, Kinder 3,- Euro

15:00 Uhr
geschlossene Vorstellung
für den HuiBo-Club des USB Bochum

Dienstag, 14. September 17:30 Uhr
Mittwoch, 15. September 18:30 Uhr
prinz regent theater

Die dritte Rotkäppchen-Variante
im FIDENA-Programm!

Puppetmastaz und Volksbühne Berlin
»Frankensteins Rotkäppchen«
von Paul F. Walther

Mit: Puppetmastaz, Paul PM, Tina Haseney, Pilo,
Luis Nassowitz und Zhi MC
Regie: Paul PM, Puppetmastaz
Musik: Puppetmastaz
Bühne: Julien Diehn
Kostüme: Candice Arnouil



Die Puppetmastaz sind Kult. In den vergangenen Jahren spielte die Berliner
Hip-Hop-Band vor mehr als 500.000 Zuschauern. Immer mit dabei:
Mr. Maloke. Der verknitterte Maulwurf mit dem Zylinder. Jetzt wollte er mal
wieder back to the roots – zum Theater, wo alles begann. Und er will
Frankenstein spielen. Ryno das Nashorn, Flix die Fledermaus und Igor
das Warzenschwein haben nichts dagegen, Hauptsache der Hiphop kommt
nicht zu kurz. Und den rappen diese Mastaz tierisch und zwar immer live!

In einer psychedelischen Melange des Grimmschen Märchens mit der
Frankenstein-Legende überlagern sich zwei Erzählstränge, und schnell
hat sich das Rotkäppchen in seiner eigenen Geschichte verlaufen.
Da erscheinen hirnlose Monster, Doppelgänger, allerlei Zauberdinge,
Teufel und pinkfarbene Bestien – nur der böse Wolf ist wirklich
der böse Wolf.

Für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren
Dauer: 90 Minuten inklusive Pause
Erwachsene 12,- Euro, ermäßigt 8,- Euro
Kinder 5,- Euro

Dienstag, 14. September
Mittwoch, 15. September
jeweils 20:00 Uhr
Flottmann-Hallen, Herne

Suse Wächter/Hans-Jörn Brandenburg (D)
»Helden der Oper. Die kleinste Gala der Welt«

Regie/Konzept/Puppenbau: Suse Wächter
Musikalische Leitung: Hans-Jörn Brandenburg/Michael Wilhelmi
Bühnenbild: Constanze Kümmel
Video und Licht: Jo Schramm
Kostüme: Marysol del Castillo
Mit: Ulrike Eidinger, Melanie Lüninghöner, Suse Wächter, The Phoney
Island Orchestra (Angelina Kartsaki, Sophia Baltatzi, Florian Bergmann,
Max Andrzejewski/Joe Bauer, Hans-Jörn Brandenburg/Michael Wilhelmi)

Der rote Teppich ist ausgerollt, die Sponsorenwand aufgestellt, die Stars
können kommen – darauf ein Gläschen Prosecco! Willkommen in der
glamourösen Welt der Festakte und Benefiz-Galas. Lassen Sie sich
entführen in die kleinste Gala der Welt mit Musik von Puccini bis
Reinhard Mey, von Barcarole bis Baccara. Hier treffen Sie die wirklich
bedeutsamen Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Da kann es
passieren, dass die Callas Konkurrenz bekommt, Karl Marx die
Rolling Stones interpretiert und Michael Jackson seinen Tod überlebt.
Und wer die wirklich wichtigen Fragen über Musik, Oper und Technik
des Gesangs noch nicht zu stellen wagte, dem hilft vielleicht Sigmund
Freud persönlich. Mit welcher Oper etwa verstört man seine Kinder
am nachhaltigsten? Typisch geistreich-geistlose Talkrunden auf der
Gästecouch, mit niemand geringerem als Pavarotti oder Elfriede
Jelinek sowie musikalische Einlagen des kleinen »Phoney Island
Orchestra« runden diesen vergnüglich-ironischen Abend ab.

Dauer: 90 Minuten, eine Pause
15,- Euro, ermäßigt 10,- Euro,
Karten nur über die Flottmann-Hallen

Mittwoch, 15. September
20:30 Uhr
Zeche 1

Uraufführung

flunker produktionen/ Cherubin Quartett (D)
»Der Tod und das Mädchen«
Inszenierung für Streichquartett und Figurentheater

Regie: Hendrik Mannes
Musikdramaturgie: Michael Hiemke
Cherubin-Streichquartett: Oleksandr Bersutskyy, Karina Bellmann, Katharina Müller, Katrin Meingast
Spiel: Claudia Engel, Matthias Ludwig
Ausstattung: Claudia Engel

Parforceritt durch Musik- und Kunstgeschichte und konzertanter Bilderreigen –
ein Figurentheater und ein Streichquartett nehmen sich gemeinsam
Franz Schuberts Streichquartett Nr. 14 in d-moll vor. Auf der Suche nach
dem noch nie gehörten Zwischenklang begeben sich Musiker, Spieler und
Zuschauer auf unerforschtes Terrain, brüchig und skizzierend, das
Vanitasmotiv stetig umkreisend und befragend: Tod und Mädchen treten
dabei in immer neuen Spielarten antagonistischer Paarungen auf:
als Body-Art-Künstler und Muse, als Gerippe und Fleisch, als alter Mann
und junge Frau, als Entertainer und Nummerngirl, als Puppe und Mensch.
Eine emotionale Geisterfahrt beginnt, ein monströses Prisma des ewigen
Kreislaufs von Werden und Vergehen, eine intensive Annäherung an das
Unerklärliche. Hier ist nie klar, wer wen führt: ein Totentanz im wahrsten
Sinne des Wortes.

Dauer: ca. 80 Minuten
15,- Euro, ermäßigt 10,- Euro

Rahmenprogramm

Sonntag, 12. September
12:00 Uhr
Kino Endstation

Matinee in Kooperation mit dem Kino Endstation
Preview: »Kinshasa Symphony«
Deutschland 2010. R: Claus Wischmann, Martin Baer. B: Claus Wischmann.
K: Martin Baer. Sound: Pascal Capitolin. Mit dem Orchestre Symphonique
Kimbanguiste. Dirigent: Armand Diangienda. 95 Min. OmU.

Stromausfall kurz vor Ende des Konzerts – eine Alltagslappalie für das
einzige Symphonieorchester im Kongo, das Orchestre Symphonique
Kimbanguiste. In den fünfzehn Jahren seiner Existenz haben die Musiker
zwei Putsche, mehrere Krisen und einen Krieg überlebt. »Kinshasa
Symphony« zeigt Menschen in einer der chaotischsten Städte der Welt,
die allen Widerständen zum Trotz ihre Leidenschaft für klassische Musik
ausleben und dokumentiert damit auf berührende Weise die Leistungen
von zweihundert Musikern und Sängern, die in der afrikanischen
Acht-Millionen-Stadt ein öffentliches Konzert mit Werken von Beethoven,
Verdi und Orff auf die Beine stellen. Der Film feierte seine Premiere
auf der Berlinale 2010.

Dauer: 95 Minuten
Eintritt: 6,- Euro, ermäßigt 5,- Euro


Im Anschluss Gespräch mit jungen Musikern der Fanfare Confience aus Kinshasa.
Kartenvorbestellung auch im Kino Endstation unter www.endstation-kino.de

Sonntag, 12. September
ab 18:00 Uhr
Freies Kunst Territorium

»Lange Nacht im FKT»
Kooperation mit dem Freien Kunst Territorium Bochum

Einen Abend und eine Nacht ist die FIDENA zu Gast im Freien Kunst Territorium Bochum. Gezeigt werden absonderliche, musikalische, tief nachdenkliche und hoch komische Kurzfilme von Bildenden Künstlern, Musikern und Theatermachern – mitten in der aktuellen Ausstellung, mitten im Festival, Nonstop und mit Musik.
Dabei: Filme von den französischen Künstlern Gilbert Peyre (seine Opern-
Installation »Cupidon« siehe Seite 9) und Pierre Meunier (FIDENA 2002:
»Le Tas«, erinnern Sie sich an die aberwitzige Inszenierung mit den Steinen?),
Super-Acht-Understatement von den russischen Theater-Anarchisten
AKHE (FIDENA 2009); musikalische Filme vom Komponisten und Folkwang-
Dozenten Boijdar Spassov und dem Bildenden Künstler Krzysztof Gruse (FKT)
und eine bös-witzige Animation von Stefanie Oberhoff (ungeahnte
Verbindungen zwischen Derrick, Leopold und dem Kongo). Daneben in den
Ateliers: digitale Bild-Musik-Interaktionen vom Fachbereich Game-Design
der Zürcher Hochschule der Künste. Davor und danach, auf die Ohren!:
Schlagzeugsolo und Vinylparty mit dem Dan Atcos Soundsystem.
Dazwischen, drinnen und draußen:
Essen und Trinken mit Gitta vom
Markt und Britta vom Ebstein.

Eintritt frei, Spenden erlaubt

Rahmenprogramm 2010

Preview: »Kinshasa Symphony«
Sonntag, 12. September
12:00 Uhr
Kino Endstation
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»Lange Nacht im FKT»
Sonntag, 12. September
ab 18:00 Uhr
Freies Kunst Territorium
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FIDENA Flyer 2010

 

Kurzversion Programmübersicht

 

Vorbestellung Karten
FIDENA 2012

 

»Der letzte Schrei«

Die »FIDENA-Speakers’-Corner« samt Podest und Megafon/ Mikrofon steht für Sie an unseren Spielorten bereit. Unzensiert! Bitte nicht länger als 2 Minuten, laut, leidenschaftlich und gern mit Musik.
Anmeldung: 30 Minuten vor Beginn, am angegebenen Ort.

Festivalzelt
jeweils ab 17:00 Uhr
(außer 9. und 12. September):

Rund um unser kleines Festivalzelt vor der Zeche 1 wird wie immer für Ihr leibliches Wohl gesorgt. Hier können Sie vor, zwischen und nach den Vorstellungen eine leckere Kleinigkeit essen, Saft, Kaffee oder Wein genießen, internationale Gäste und Künstler kennen lernen, spontan das Tanzbein schwingen oder den Abend am Lagerfeuer ausklingen lassen.